03.11.2013 22:54:03

Herbst

Ist es nicht wunderbar? Die Farben. Das Licht. Der Himmel. Abends, morgends. Wunderbar. Habe ich habe die letzten Jahre an einem anderen Fleck der Welt verbracht? So erstaunt bin ich über diesen Herbst da draußen. Manchmal ist es auch die Landschaft, durch die ich alltäglich fahre, die nicht hierher zu gehören scheint. Es rauscht ein raschelndbunter Herbst an mir vorüber. Und er tut es nicht spurlos.

Ich sehe ihn. Sehe die Sonne durch die Blätter blinzeln. Manchmal nur für Sekunden, denn ich bin viel - sehr viel unterwegs und die Eindrücke huschen viel zu oft einfach vorbei. Ich denke mich in Länder, in denen ich noch nie war, denen meine Einbildung aber Szenen zubilligt, wie sie neuerdings vor meiner, noch nicht eingebauten Haustür liegen.

Ein gelbes, sahnig-warmes Licht, dass oft genug blendet und von dem ich mich gern blenden lasse, weil es so honig ist. Die Spinnen müssen irgendwie wieder aus dem Staubsauger entkommen sein, denn im Gegenschein spinnen sich Fäden an den Rändern zum Erkennbaren. Ich bin so feige. - Und doch mutig genug das, was ich mir zutraue zu wagen. Es ist lange her, dass Verworrenes hier soviel Raum erhielt. Aber wisst ihr was? Es ist in der Welt. Es ist die Welt selbst.

Alles was ich mir zusammenspinnen kann - konnte und kann, sind dünne Fäden zwischen echten Blättern, echten Zweigen, echten Ästen. Echter Tau kondensiert und sammelt sich an ihnen und echtes Licht bricht sich in echten, dicken Tropfen.

Es ist nichts Falsches daran und darin. Nicht mal meine gesponnenen Weben und vielleicht sollte ich noch mehr Mut aufbringen, den Dingen, die in der Welt sind zu begegnen. Sie zu verknüpfen, zu umgarnen. Sie sind eben da. Ebenso wie dieser Herbst. Bunt und laut und windig. Und schön, - unendlich schön.

Ziel einer jeden Therapie ist es doch, im Jetzt und Hier zu wissen, dass es Jetzt und Hier ist, oder?

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