10.04.2012 21:04:51

Adjektive und zwischendrin ein Päckchen.

Zwischendrin. Zwischendrin stellst Du fest, dass irgendwie jeder und jede so sein und ihr Päckchen zu tragen hat. Das hier und da etwas hakt, nicht so läuft, wie frau/man es sich wünscht, vorstellt, hofft. Nicht, weil ein heftiger Schicksalsschlag zuschlägt oder die einzelnen Ziele und Träume fern ab jeglicher Realität lägen. Nein, es sind kleine (manchmal sogar kleinste) Dinge die zwar kausal nachvollziehbar aber dennoch nachhaltig die eigenen Pläne durchkreuzen.

Und dann machst Du das, was so oft grundfalsch aber mindestens genauso oft unser einzig möglicher Handlungsreflex ist: Du vergleichst. Vergleichst die Misserfolge, Baustellen und Tragödien der anderen mit Deinen eigenen, um ... Um was? Nicht die gleichen Fehler zu machen? Zu helfen? Dich besser zu fühlen?

Wenn Du vergleichst, hast Du schon verloren. Gleich zweimal sogar. Erstens quantitativ, weil Du keine befriedigende Auskuft aus Deinem Vergleich ziehen kannst, sind doch die Fehlschläge der anderen nicht auf einer für Dich gültigen Skala abbildbar. Zweitens aber auch qualitativ, weil Dich niemals die Enttäuschungen in der Form treffen werden, in der Du sie bei anderen mitbekommst.

Und so denkst Du Dir Deins. Schaust zu und vergleichst doch. Und irgendwie kommst Du zu dem Punkt, an dem Du sagen könntest: Ach, eigentlich ist das alles schon ganz o.k. bei mir. Und mehr noch, Du denkst es - sagst es. Und dann?

Nur für einen kurzen Moment hielt dieser überaus törichte Zustand des Wohlbefindens an, der so trügerich ist wie albern. Was dann kam, war etwas viel Besseres. Danach habe ich mir überlegt, dass es vermutlich immer so ist. Es gibt immer Leute in Deinem Umfeld, von denen Du annimmst, es ginge ihnen gerade schlecht, weil ... sie hätten Pecht gehabt, wegen ... oder seien zu bedauern, weil ... Aber unabhängig davon bin ich eben auch so jemand in der Wahrnehmung der anderen.

Vermutlich ist es das sogar, was uns ausmacht. Sicher aber ist es die wesentlich verlässlichere, längerfristige und ehrlichere Sicht auf die Dinge. Auf die eigenen und die der anderen. Jeder trägt so seine Päckchen. Mal sicherer, mal unsicherer. Mal langsamer, mal schneller. Es geht nicht darum, die Päckchen zu beseitigen. Es geht darum diesen Zustand als das normalste der Welt zu begreifen und eben nicht zwischen richtigen und falschen, schweren oder leichten Päckchen zu unterscheiden. Diese Päckchen kommen und gehen. Mache beinhalten Narben, die bleiben, andere schickt man einfach wieder zurück, verweigert die Annahme oder verkauft sie weiter. Einige schickt man sich sogar heimlich selbst. Aber so ist das halt.

Zwischendrin besieht man sich manchmal die Welt so und findet sie gut auf eine Art und Weise der gegenüber es kein schlecht gibt. Es gibt nur diesen Eindruck, dass das alles, wie es so ist ... ist. Ich finde kein Adjektiv dafür, weil es vermtlich keins gibt. Adjektive sind nur Konventionen unseres handlungsreflexiven Dualismusverstandes. Zwischendrin brauchst Du keine Adjektive.

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