27.12.2011 20:32:57

Wut und so

wut Ich kann mich ja hin und wieder fortrefflich aufregen. Über dies und das im Allgemeinen und über Disfunktionalität im Besonderen. Steigern lässt sich das nur noch durch das spontane Eintreten von Disfunktionlität von gewohnt Funktionierenem gekoppelt mit akuter Zeitnot. Oder anders: ES GING NICHTS. VERF*'#&%§ "TE SCHEISSE!!!!! So geschenen am letzen Freitag, dem Tag vor Heilig Abend. Ohnehin alles kurz vor knapp, Gedränge, Unfertiges, temporäre Kompromisse und bereits Verschobenes aufs nächste Jahr im Gedächtnis. Natürlich ist das immer nur ein subjektiver, verfälschter Eindruck, dass Dinge, von denen man gewohnt ist, dass sie funktionieren und Abläufe die man bereits mehrere hundert mal so vollzogen hat und die auch zu dem gewünschten Ergebnis führten, plötzlich und unerwartet und besonders häufig in brenzligen und zeitdrückenden Momenten ihren Dienst versagen. Da stürtz ein Programm ab, da klappt eine Verbindung nicht oder das Format der URLs haut irgendwie nicht hin. All sowas. So war es letzten Freitag. Drei Tage zuvor noch mit dem bis dahin für gut befundenen Plug-In Scribefire gebloggt (Musste zwar immer unter Firefox laufen, weil es unter Chrome die Einträge anders formatiert - aber gut, ein bis dato funktionierender Workarround.) und dann geht´s nicht. Irgendeine krude "Error: XML://FILES ...la-la-la"-Scheiße im Fenster, anstatt des gewonten Textfelde und der übrigen Bediehnelemente. Waaaaaas!? Hätte Dagobert Duck wohl gerufen. Ich hab´s am zweiten Rechner und dann nach und nach mit fünf verschiedenen Browsern (darun sogar 3 Chromevarianten) versucht, aber es blieb erfolglos. Nicht Auswirkungsfrei. "Aaahhh!" - "Aaaaahhahahah!" - "Aaahaahaahahahaaaaa!!!!!" - "AAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHH!!!!!!!" - "Du verschissenes, dreckiges Arschgelöte von Software!!!!!" - "Du Ausgeburt der Hölle, ich werd dich und diese ganze verfickte Technik TOTSCHLAGEN." Gekoppelt mit den ein oder anderen heftigen Klatscher der flachen Hand auf den Tisch kann sowas bei ungeübten Beobachter durchaus für Irritation sorgen. Auf der anderen Seite hängt an der spontan versagenden Technik auch ein vollgepacktes Auto nebst wartenden MitfahrendenInnen sowie noch mehrere Stunden Wegstrecke. Dabei soll doch nur noch ein kurzer Verweis auf das Ergebnis der Arbeit der letzten Wochen gepostet werden. Nichts Großes, nur ein kurzer Text und ein ... aaahh.... Scheiße, Scheiße, SCHEIßDRECK!!!! Sowas macht mich wütend. Wirklich, wirklich, wirklich, sehr wütend. Ich hatte mal einen Chef in einer kleine Druckerei und Buchbinderei, der konnte bei versagender Technik sich selbst und die Welt drum herum vergessen und beides nachhältig schädigen. Wenn beispielsweise der Leim mit dem die Büchrücken gebunden werden zu dick aufgetrage wurden und den Rest der Klebebindungsmaschine zuschmierten bis nichts mehr ging oder wenn der zwanzigste Bogen zum Einrichten des Falzautomaten, der mehrseitige Flyer handlich zusammenlegte, zerrissen in dem Gerät hängen blieb oder wenn der Sammelhefter, der die einzelnen Duckbögen einer Broschur zusammenschiebt, damit daraus bestenfalls ein gescheites Buch wird, dies schief oder papierzerknüllend tat, dann konnte dieser Chef sich schon mal seine Hand an einer scharfen Kante blutig schlagen, Schraubendreher, Hämmer oder ganze Bücher durch die Werkstatt schleudern oder Teile von Maschinen mit geradezu übermenschlichen Kräften verbeigen und zerdeppern. Ich glaub ich kann das auch. Am Freitag entging mein ansonsten geschätztes (und ja auch eigentlich für die Softwareverlässlichkeit relativ unzuständiges) Café-Book nur haarscharf dem Tode durch erdolchen. Es ist nach wie vor von großen Nutzen, einen bereits start in Mittleidenschaft gezogenen Tisch in der Küche zu haben, der im Bedarfsfall schon mal ein Küchenmesser vertragen kann/muss. Vielleicht ist das ja letztlich auch nur so ein Angst-Hilflosigkeits-Dings. Egal ob man den Maschinen nun Macht (und damit Bewusstsein und soweiter) zugestehen will oder nicht, sie machen uns hilflos, wenn sie ihren gewohnten und eingeplanten Dienst versagen. Sie zeigen einem, wie abhänging und damit wie verletztlich man ist, in den Dingen, die man so tut und die man für wichtig erachtet. Wer könnte schon von jetzt auf gleich auf sein Auto, seine Heizung, sein Telefon, Radio, Arbeitsgerät verzichten? Wen würde der Ausfall eines Fahrstuhls, einer Straßenbahn, eines Fließbandes oder eines Computer ungerührt lassen, wenn dieses Dings elementarer Bestandteil der Tagesstruktur ist? Natürlich bedeutet das nicht, dass man darauf mit höchster, unkontrollierter Wut reagieren muss/soll. Aber wenn es schon keinen Todestrieb, keine Destruktionsaggression per se mehr gibt (zumindest scheint das nach letzten Berichten auf DRadio derzeit Stand der Hirnforschung zu sein), dann können diese Ausfälle, diese Störungen im gewohnten Ablauf doch als Stimmuli für solches Verhalten gelten. Bleibt die Frage, wieso die Menschen so unterschiedlich auf diese Störungen reageren, aber ehrlich gesagt: Solange ich darüber nicht mit einer ausfallenden Maschine diskutieren kann, sollte sie sich hüten es zu weit zu treiben. Ach ja, ich versuche mein Blogglück jetzt erstmal mit w.bloggar.

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