16.02.2011 23:57:33

Soll ich oder soll ich nicht?

Gut, mit der Frage ist ein Anfang gemacht. Aber trotzdem weiß ich es im Grunde wirklich nicht. Ich meine, ich weiß wirklich nicht, ob es schlimm ist, Leuten ihren Glauben (mir meinen und den anderen(TM) eben ihren zu lassen. Ja, ich fange den text auch an zu schreiben ohne, dass ich mir die Gegenseit wirklich angeschaut habe. Ich will das noch tun, aber ich habe jetzt schon einen Meinung, eine ziemlich feste und ich glaube nicht, dass diese sich ändern wird, egal was ich dazu höre oder lese. Und das mach mich ... angreifbar. 

Aber was viel stärker ist, viel, viel stärker, ist die Frage: Was soll dieser Unsinn? Es geht um Homöopathie und alle die eine Meinung dazu haben, hören am besten auf mit und die, denen das eigentlich irgendwie egal ist, sollten auf keinen Fall weiterlesen. Der Link ist auch nicht besonders gut recherchiert bzw. ziemlich beliebig. Aber da Homöopathie auch nur der Anlass und nicht der wirkliche Gegenstand ist, soll das reichen. Ich halte homöpatische Medikamente für schlicht wirkungslos. Es kann sein, dass das Prozedere einer homöpatischen Behandlung durch aus zu kausalen Änderungen hinsichtlich eines Krankheitsbildes führen, die Medikamente tun es jedenfalls nicht. Und vielleicht reicht es auch als Rechtfertigung einer Wirksamkeitsbescheinigung, dass eben das ganze Drumherum zu einer Linderung führt, die man ja im Prinzip jedem "kranken" wünscht.

Die Frage, ob es dann gerechtfertigt ist für Nichtsundwiedernichts (okay ein bischen Zucker ist wohl drin) einen höheren Betrag zu verlangen, als eben den für Zucker, will ich auch ausklammern. 

Es geht mir um das dahinter. Oder darunter, oder darüber. Oder wo auch immer. 

Um das, was verloren geht, Schritt für Schritt und ganz harmlos (und vielleicht sogar mit anfänglich, teilweise postivien Nebenerscheinungen). Das was man irgendwann mal mit "gesundem Menschenverstand" bezeichnet hat. Das prinzipielle einer Einschätzbarkeit von WECHSELwirkungen. Wenn man beginnt daran zu glauben eine Wirkung entbehrt - wenigstens solange sie eintritt - der Prüfung von Kausalität, denke ich, beginnt man seinen Verstand abzugeben.

Dass das durchaus hier und da angenehm bis notwendig ist, stelle ich dabei garnicht in Abrede. Aber eben nicht prinzipiell, nicht konsequent, nicht so, dass man die Kontrolle draüber verliert. Man sollte selbst bestimmen können, wann der eigene Verstand aussetzt. Es wäre eine schreckliche Welt, wenn das nicht zulässig wäre. Aber es war eine schreckliche Welt, als Esotherik und Heilsversprechen aufgrund konstruierter und postulierter und eben nicht verifizierter Zusammenhänge den Großteil der Macht kontrollierten. 

Der Glaube an die Dinge, die "so sind" ist heute noch oft genug in einem Maße einflussnehmend und mitbestimmend, dass es zum Kotzen ist. Und jeder, der Pseudokausalitäten wie der Homöopathie zuspricht, gibt einer Weltsicht und einem Glauben wieder mehr Einfluss, als gerehctfertigt ist. 

Natürlich gibt es die Dinge zwischen Erde und Himmel und darunter und darüber, die sich uns nicht erschließen. Und natürlich werden wir auch immer weiter verstehen was wie zuammenhängt, im Kleinen wie im Großen. Aber gerade das ist eben kein Argument Wunderglauben als mögliche (zukünftige) Wahrheit anzusehen, selbst wenn sie es sind bzw. sein werden. Zum einen nicht, weil sie eben jetzt noch nicht verstanden werden (können) und zum anderen nicht, weil wir sie mit ihrer jetzigen, ungeprüften Wirksamkeitsanerkennung ihre zukünftigen Potentiale berauben. Plausibiltät ist das stärkste (nach Angst das stärkste) Motiv eine Sache zu tun. Etwas anzugehen und umzusetzen, weil man überzeugt ist das "Richtige" zu tun. Vielleicht - und das ist kein Hintertür-Vielleicht - vielleicht gelingt es wirklich irgendwann zu erklären, wie eine nicht vorhandene Substanz auf ein System ein Wirkung ausüben kann. Aber bis es soweit ist, hat für mich die Homöopathie eben keine Wirkung.

Und bis dahin sehe ich eine sehr große Gefahr darin, Dingen ungeprüft, unverstanden und wider die Vernunft nach dem Mund zu reden.

Es ist ein bischen so wie mit Diamanten: Man kann sich ja trefflich über den Sinn und Unsinn des Wertes von Dimanten streiten. Man kann ihre Seltenheit heranziehen, man kann ihre Nützlichkeit anführen, ihre Beschaffungs- und Verbreitungsumstände, was auch immer. Im Vergleich zu geschliffenem Glas sind es immer noch Dimanten und nur die Tatsache, dass Du und ich beides nicht aus einanderhalten können, bedeutet nicht, dass sie austauschbar sind.

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