21.08.2010 18:03:15

LEGO - spielend Geld verdienen.

LEGO mag ich ja bekannter Maßen sehr. Daher werde ich immer neugierig, wenn ich über den Namen oder das Logo stolpere und so bin ich auch beim LEGO-Universe gelandet. Das Universum der bunten Steine ist ein in der Beta-Phase befindliches Onlinerollenspiel, in dem man sich eine LEGO-Figur als Charakter erstellt und dann munter drauflos baut. Man hat ein Grundstück und wenn ich das richtig gelesen habe, dann kann man darauf nach Herzenslust (und ohne Kreditsystem) bauen was die Teile hergeben. Sowei so gut. Mit Rollenspielen hab ich´s ja nicht so, aber hey: Es ist LEGO! Also wollte ich mich zum Betatest anmelden. Dazu muss man sich eine sogenannte LEGO-ID beschaffen, die man ebenfalls auf der Seite als Communitymitglied bekommt. Also da anmelden. Geht auch ganz schnell. Und dann kommen die AGBs:

"4. Alles, was du an diese Webseite übermittelst (per E-Mail und auf andere Weise), einschließlich jeglicher Daten, Fragen, Kommentare, Vorschläge oder ähnlichem wird von uns als nicht-vertraulich und nicht-geschützt behandelt. Wir und unsere Partner behalten uns das Recht vor, alles, was du an diese Seite übermittelst (per E-Mail oder auf andere Weise) nach unserem Belieben zu verwenden. Dies beinhaltet u.a. die Vervielfältigung, Nachbau, Weitergabe, Veröffentlichung, öffentliche Wiedergabe und Übertragung. Außerdem ist LEGO A/S dazu berechtigt, alles was zu jeglichem Zweck zugesendet wird, einschließlich aller Ideen, Konzepte, Wissen oder Techniken für die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Produkten basierend auf deinem Material zu verwenden."
und:
"8. Die LEGO Group behält sich das Recht vor, diese Nutzungsbedingungen jederzeit Zeit zu ändern. Du solltest diese Seite regelmäßig besuchen, um dich über die aktuell geltenden Bedingungen zu informieren, da du an die aktuelle Fassung gebunden bist."
Ich lese ja sonst keine AGBs. Von daher weiß ich nicht inwiefern das, was da drin steht "normales" Geschäftsgebahren ist und üblich, aber ich finde es erstmal nutzerunfreundlich, wenn man sich selbst regelmäßig über geänderte AGBs informieren soll (sepzielle da die Hauptzielgruppe ja Kinder sein dürften), die nach Belieben und ohne zeitlichen Bezug gelten. Für spannender halte ich allerdings den ersten Auszug aus den Bedingungen. LEGO sichert sich damit die Vermarktungsrechte für sämtliche in der kommenden Onlinewelt geschaffenen Modelle und Ideen. Die Nutzerzahlen dürften - angesichts des Bekanntheitsgrades - recht ald recht hoch liegen, sodass sicherlich innerhalb kurzer Zeit einige tausend bis zehntausend Teilnehmer fleißig ihre Phantasien in LEGO gießen werden. Das geniale daran aber ist, dass diese Community gleichzeitig und in Echtzeit ein umfassendes Marketingtool für die Dänischen Steinchenbauer sein wird. Für jedes Modell, jede Idee und sämtliche Designs lassen sich dann die Interessen, Meinungen und Bewertungen der (potentiellen) Kunden ablesen. Auch Neuerungen von LEGO können erst einmal online getestet und auf ihre Beliebtheit hin geprüft werden. Mal ganz abgesehen davon, was man sonst noch so mit den Beziehungsdaten zwischen den Nutern anstellen kann. Ob ich das gut finde, weiß ich noch nicht. Aus unternehmerischer Sicht ist das sicherlich sehr clever. Und es kann durchaus sein, dass der Nutzen für LEGO all denen, die nur das Spiel spielen wollen, dies kostenlos ermöglicht. Klar man muss sich im Klaren darüber sein, dass man hier Entwicklungsarbeit leistet und im dümmsten Fall nichts dafür bekommt. Naja zumindes kein Geld, denn das bekommt indirekt LEGO. Wenn die aber damit eine Community am Laufen halten, die sich ja zu mehr entwickeln kann als dem anfänglichen Rollenspiel, wäre das eine interessante Sache. Natürlich ist nicht zu erwarten, dass LEGO andere als unternehmerische Ziele verfolgt, aber sie machen es clever. Und auch wenn mich die AGBs beim ersten Lesen abgeschreckt haben, wenn man sich das ganze so durchdenkt kann es auch zu mehrerer Seiten Vorteil sein. Vielleicht ließen sich ja von diesem Prinzip auch andere Geschäftsmodelle ableiten. Wie wäre es denn, wenn die armen Verlage einfach ihre Archive öffnen und anhand der Besuche und Verlinkungen wissen was ihren Lesern wichtig ist. Ach? Dann würde der neutrale Journalismus verloren gehn, der sich nicht an den Geschmäckern der Käufer orientiert? ... *kicher* ... Ja, stimmt. Hab ich garnicht dran gedacht, dass der DANN ja verloren gehen könnte. Naja, bleibt dann wohl doch nur selber lesen bauen - zum Beispiel sowas:

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