18.09.2010 11:52:57

Was ich mag.


(Pieter Bruegel der Ältere - Triumph des Todes (Wikipedia))

Wo anfangen?

Vielleicht bei YeahSarah aka dragstripgirl aka was-weis-ich. Ich mag es, mich in solchen Texten (hinter denen ja immer Menschen stecken) zu verlieren. Ich mag es, wie es sich anfühlt, wenn beim Lesen die Stimmung des Beschriebenen so vermittelt wird, dass ich mir glaube, ich wisse was sie meint. Ich mag es, dieser, in meinem Kopf konstruierten Figur zu folgen. Ich mag das Konstruieren selbst. Den Prozess, den punktuellen Austausch. Ich mag seine Vielschichtigkeit. Ich mag dieses Online-Rollenspiel.

Ich mag es, wenn im Hintergrund etwas derart Vertrautes wie Jethro Tulls "Thick as a brick" läuft, in das ich ganz offensichtlich sehr viel Zeit investiert habe, so gut wie es mir in Erinnerung geblieben ist. Ich kenne es (immer noch) auswendig. Ich mag es, dass mir dazu einfällt, dass wir früher auch mehrere Dinge gleichzeitig gemacht haben und es schon damals Unsinn gewesen wäre, unsere Aktivitäten einfach linear aneinander zu addieren in der Hoffnung einen Eindruck der Jugendlichen der Neunziger zu bekommen. Und weiter mag ich es, mittlerweile dabei zu schmunzeln, wenn mir solcher Unsinn unterkommt.

Ich mag es neuerdings wieder in Altem und Bekanntem zu kramen, festzustellen, dass bei dem was ich früher mochte cooles Zeug dabei war und dass ich vieles davon heute immer noch mag, wie etwa den Bruegel da oben. Und gleichzeitig mag ich die andere Sicht auf die Dinge.

Ich mag es, wenn - wie in den letzten Tagen - die Wolken in hochaufgequollenen Haufen am Himmel ziehen. Den Übergang, die Sichtbarkeit der Vergänglichkeit, auch wenn diese Jahr der gefühlte Sommer irgendwie fehlt. Ich mag die Momente der Fragilität. Das Gefühl, das Muriel Barberys "Die Eleganz des Igels" hinterlässt - ganz gleich, ob ich das Buch insgesamt für gelungen halte oder für zu konstruiert. Ich mag den melancholischen Realismus der letzten 10 Seiten, wie ich die realistische ernüchternde hochtraurige verzweiflend zurücklassende Melancholie im animalisch vorweggenommenen Endes der unerträglichen Leichtigkeit des Seins mag.

Ich mag es, wenn Filme mich so verwirrt zurücklassen, wie es "Black Death" getan hat, den ich mir (mehr aus Langeweile und ohne Erwartung) angeschaut habe. Die Ambvalenz und Unschärfe, die der Film auf alle Haupt- und alle Nebenaspekte legt, die er anschneidet. Ich mag das über den gesamten Film hinweg gütige Gesicht von John Lynch darin, das mich irgendwie an Serge Tankian erinnert. Und ich mag es, wenn - während ich nach John Lynch suche und das hier schreibe - System of a Down mit "Soldiers Side" beginnt. Ich mag, wie ich es singe.

Ich mag es, zu wissen, dass "AFoL" für "Adult Fan of LEGO" steht, wobei auch "Adult Friend of LEGO" seinen Charme hätte. Ich mag LEGO sowieso. Zu glauben, dass dieses elementare Spielzeug meine Denkweisen bis heute prägt, hat eine beruhigende Wirkung. Vermutlich weil ich meine Denkweise mag.

Ich mag das Internet. Weil es nicht nur die Möglichkeit bietet aufzuschreiben was ich mag, sondern das alles auch gleich zu zeigen, sodass sich jeder der das liest selbst einen Eindruck, eine Meinung bilden kann. Und weil es manche Dinge viel besser erklären kann, als dies jedes andere Medium könnte.

Ich mag Kuchen und Monster und Maschinen und Fragen meistens mehr als Antworten.

Und ich mag es in Romantik zu verfallen, die ich für echt halte. Aber das würde ich niemals nicht hier hinschreiben. Nur wenn es nicht klappt. ;)

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