13.09.2010 10:39:55

Bildung bildet doch, oder?



Wir leisten uns allen Ernstes den Luxus, bis zur vierten Klasse bereits 19 Prozent und bis zur neunten Klasse (also bis zu einem Alter von 15-16 Jahren) 51 (einundfünfzig!) Prozent unserer Kinder und Jugendlichen komplett aus dem Bildungskontext herauszusieben. Weil sie keine Spargel sind, wie Ranga Yogeshwar und sein Team in der zweiten Folge der überaus sehenswerten dreiteiligen Bestandsaufnahme zur Ernährungs-, Bildungs- und Denksituation von Kinder und Jugendlichen in Deutschland veranschaulicht.

Ebenso plausibel sind die Argumente Fakten (denn sie sind wissenschaftlich belegt und belegbar), die er bspw. gegen das Sitzenbleiben anführt. Und auch die Einführung der Sendung, die sehr chick aufbereitet darstellt, dass wir Bildung aus dem simplen, hedonistischen Grund brauchen, weil sie uns glücklicher macht, ist absolut empfehlenswert.

Wehrmutstropfen (und ich kann nicht umhin das auch politisch zu interpretieren) ist leider, dass sich die Sendung (aufgrund des aktuellen Rundfunkstaatsvertrages nehm ich an) nirgends einbinden lässt und dass in den Onlineausgaben der Sendung einige Passagen mit einem "Wir-dürfen-das-aus-La-la-La-nicht-senden-Gründen" Zwischenbildern gebrochen werden. Dennoch kann man es ja auch als einen Fortschritt ansehn, sich wenigstens den größten Teil davon nachträglich (irgendwie ein merkwürdiges Wort im Netz, find ich) anschauen zu können.

Hier also die Links zu den Sendungen, die eigentlich jeweils gleich den WDR-Player öffenen sollten. Für den Fall dass nicht, kann man nochmal auf der Quarks & Co Seite nachschauen.

  1. Generation Internet ... wie sie isst und sich bewegt.
  2. Generation Internet ... wie sie lernt.
  3. Generation Internet ... wie und was sie denkt.
Danke, Quarks&Co!

Edit: Ich hatte die Sendung noch nicht ganz bis zum Ende geschaut. Daher möchte ich noch auf das Projekt "Blick über den Zaun", das wohl (ich hab´s nur kurz überflogen) eine, auf Initiative der beteiligten Schulen basierende Austausch- und Lernplattform eben für Schulen ist. Spontan frage ich mich dabei dann auch, wozu man noch Bildungspolitik braucht, wenn das selbstverwaltet irgendwie "besser" funktioniert. Erschreckend ist auch, die Verbildlichung des Postpisa-Bildungsreformapparates, besondes wenn man sich vor Augen hält, was sich seitdem wirklich in den Schulen getan hat, was dort wirklich davon angekommen ist.

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