13.11.2010 13:16:13

Über Arschlöcher, gestohlene Zeit und darüber irgendwie weiter zu machen.



Mein Laptop ist weg. Nebst meiner coolen Maus und der externen Festplatte. So wie es aussieht geklaut. So wie es aussieht ist die Festplatte das, was schmerzt. Es erstaunt mich nicht, dass ich mir icht sicher bin, was damit alles weg ist. Das ist bei meiner dezentralen und redundanten Datensammlungsstruktur nicht verwunderlich. Lineare Backups habe ich zwar nicht, aber ein Großteil der Sachen, die ich in den letzten Jahren gemacht, gesucht und gefunden habe, sollte noch da sein. Hier und da.

Aber das ist der Punkt. "Hier und da" bedeutet in ersten Linie: Verlorene Zeit.

Da ich sowohl mit Software als auch mit selbst erstellten Sachen in den letzten Jahren sehr "dynamisch" umgegangen bin, gibt es wenig wirklich strukturiertes Material. Es gibt keinen "Ist"-Zustand. Der allergrößte Teil der Informationen, Inhalte und Werkzeuge, die ich benutze und erarbeite sind work-in-progress und werden es wohl auch weiterhin bleiben.

Programme (bspw. zum Musik machen oder grafischen Gestalten) werden ständig geupdatet. Allein mein Browser inklusive der installierten Plugins wollen sich alle zwei Stunden aktualisieren. Interessantes zum Lesen, Sehen, Hören liegt so lange in den Tabs rum, bis ich Zeit habe es zu verarbeiten oder der Firefox abstürtzt (Hier hilft allerdings das Tab-Mix-Plus-Plugin zuverlässig gegen Datenverlust (oh, davon gibt´s gerade ne neue Version ;))).

Bei der Suche nach Musiksoftware, geeigneten Erweiterungen, passenden Konbinationen an Sounds, Effekten und Bedienelementen ist es ähnlich, nur noch viel komplexer. Selbst wenn ich für jede Stunde die ich im letzten Jahr daran gesessen hab nur einen Euro bekomme, könnte ich sofort kündigen und mir ein halbes Jahr nur Zeit fürs Musikmachen nehmen (Naja... es war jedenfalls viel Zeit).

Ein Teil dieser Zeit ist mit dem Laptop und der Festplatte einfach weg. Verschlüsselt und damit für andere unbrauchbar, wird das alles einfach wegformatiert. Weil sich ein gehirndebiler Arsch, dessen Mutter in der Schwangerschaft zuviel gesoffen hat, weil sein Vater das gleiche tat, jedoch ohne sie anstatt zusammen mit ihr beispielsweise zu kochen, nicht vorstellen kann, dass technisches Equipment in der jeweils vorhandenen, individuellen Konstellation nicht nur mehr (wert) ist als die Summe der einzelnen Teile sondern schlicht die Grundlage für kreative Ausrucksform von jemand anderem, nur wegen dieses Mangels an Empathie kann ich kein Mitleid aufbringen gegenüber solchen Menschen.

Ich hoffe in deinem Schädel ist noch genug Platz für einen Hirntumor, der immer fester auf deinen Sehnerv drück bis du daran krepierst. Und ich hoffe, dass du dann auch nicht verstehst, warum sowas passiert.

Abgesehen vom finziellen Schaden - der natürlich auch nicht so ohne weiteres auszugleichen ist - ist daher (mal wieder) Motivationsaufbau angesagt. Weitermachen, ohne alles sein zu lassen. Weitermachen, ohne einfach  nach der Arbeit nach Hause zu fahren, sich ins Bett zu legen bis es am nächsten Tag wieder zur Arbeit geht. Weitermachen, mit Sachen hin- und her- und wieder hin- und wieder herzuschleppen. Weiter machen damit, Zeit einzuteilen, zu wenig zu schlafen, Sachen auszuprobieren, zu verwerfen und wieder was neues zu versuchen. Weitermachen damit, nict so ein veschissenes, desillusioniertes Arschloch zu werden, dass aufgrund seiner eigenen Minderwertigkeitsgefühle anderen Leuten Sachen wegnehmen muss, ohne zu verstehen, was es damit eigentlich wegnimmt. Die Möglichkeit sowas hier (susihatgekocht - 9 o´clock, MP3) zu machen.

Kann man derlei gestohlene Zeit eigentlich entschädigend einklagen (Für den Fall des Falles)?

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