06.11.2010 19:13:55

leerer Kopf



Ein befremdliches Gefühl. So befremdlich, wie die häufige Benutzung des Begriffs "befremdlich" dessen abstrakte, ferne Aussage nicht greifbarer macht.

Es ist nichts da. Trotzdem einige Dinge passieren. Einige gar gravierende. Es ist nichts da. Keine Aufregung. Doch ab und an Aufregung, aber auch die ist so vorhersehbar, bekannt und erwart- und herstellbar, dass sie nur mit einem halbherzigen "Ach so?" zur Kenntnis kommt.

Der einzige, wirklich einprägsame Moment in den letzten Wochen, was der Sommeruntergang letzten Dienstag oder so. Der Tag, an dem die Krähen zum lezten Mal unbeschwert und cool in die Stadt kommen, ihr Flug frei erscheint und nicht angestrengt. Der Tag, nach dem die Farben nicht mehr an den Bäumen kleben sondern nur noch verwaschen und erbraunt auf den Straßen und Parkplätzen herumliegen. Der Tag, der mit einem orange-pikfarbenen Himmel endet und nach dem die Stürme beginnen.

Und dann noch der "Versorgungswunsch". Aber auch der irgendwie nicht wirklich. Ein Begriff, der erst ausgelotet werden will, bevor er sinnvoll gebraucht werden kann.

Aber das war´s. Mehr ist da nicht. Die Aufregung ist mit dem Defekt des Twitterfeeds vor ein paar Wochen gestorben eingeschlafen. Der Feed funktioniert wieder, aber die Aufregung ... ich weiß nicht. Es ist egal. Auf eine Weise, die sich gerade nicht fragt "warum?".

Wie immer in diesen Phasen blitzen hier und da nervöse Impulse auf, getrieben von der Vorstellung, das könnte sich jetzt so einrichten, so verfestigen und es gäbe nicht genügend Antrieb dagegen zu rebellieren. Der beste Weg im kalten Wasser zu überleben ist, sich zusammen zu kauern und möglichst wenig zu bewegen. Vielleicht sogar möglichst wenig denken.

Vielleicht bin ich einfach nur wirklich müde. Ich hoffe es, denn ansonsten müsste ich befürchten, dass Slut morgen abend einfach verpuffen. Und das wäre - ganz unabhängig von mir - sehr, sehr schade.

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