17.10.2010 14:35:25

Musik - wie man sie findet, was man damit macht und was damit gemacht wird.



Ke has Tik-Tok (das in Deutschland (natürlich) gegeofucked ist) ist die Vorlage für obiges Akustikcover. Eine sehr gelungene Version, wie ich finde. Ich bin darauf gestoßen, als ich nach Covern von Tik Tok gesucht habe, denn das Lied ist eigentlich ganz gut. Dass es bei Ke ha so klingt wie es klingt, ist halt Marketing (Alleinstellungs- und Wiedererkennungsmerkmale und so...). Das kann gefallen oder nicht, aber die grundsätzlichen Elemente sind gut.

Doch zurück dieser Coverversion. Eine von denen, die Spaß machen, weil man merkt, dass die Musizierenden selbst Spaß dabei haben und zudem ihr Handwerk beherrschen. Weil man merkt, dass das Potential des Musikstücks erkannt wurde und dann den eigenen Möglichkeiten entsprechend umgesetzt wird. Ähnlich wie bei Travis` hit me baby one more time. Zudem ist nicolascage09 - die Interpretin - sympatisch. Gestik und Minik wirken irgendwie von selbst und elektrisierend und es fasziniert ihr beim spielen zuzuschauen.

Soviel, dass ich mir nach und nach noch andere Songs angehört habe. Noch einige gute, auch einige nicht so dolle, aber das ist halt so. Geschmäcker sind verschieden. Und dann bin ich über ein paar eigene Lieder von ihr gestolpert. Überwiegend finde ich die nicht so gut, weil sie irgendwie nicht so dynamisch sind, nicht so mitreißend. Bis auf dieses hier:



Up and Down. Hammer! Finde ich grandios. Natürlich liegen Assotioationen zu Amy McDonald und ähnlichem nahe, nur dieser Song hier ist viel echter, viel direkter. Und er ist komplett ohne Produzenten, ohne bezahlte Texter und ohne den ganzen großen Bimbam entstanden. Das sind die ersten Sachen von McDonald und Ke ha vielleicht auch, aber die habe ich eben nicht einfach so gefunden.

Und doch war es einer der professionell vermarkteten Songs, der mich auf diesen neuen hier stieß. Irgendwie komisch sowas, aber irgendwie ist es wohl heutzutage so. Vielleicht ist es das was Vernetzung meint: Dinge miteinander verbinden, die zusammen gehören. Oder dich mit Dingen verbinden, die zu dir passen.

Manchmal, wenn man diese Netzlinien weiterverfolgt, findet man dann sogar noch mehr. Marc Shaftenberg war von dem Up and Down so begeistert, dass er eine eigene Bearbeitung davon veröffentlicht hat. Auch die kann sich hören lassen. Die ein bischen nach einem Mittelding zwischen dem ursprünglichen, rohen Song und einer professionellen Produktion klingt. Immer noch mit dem authentischen Charm, aber auch mit einer deutlich klareren Richtungsvorgabe, was Sound, Genre, Arrangement angeht.

Angeblich arbeitet nicolascage09 gerade mit einem Produzenten an einer EP. Vielleicht läuft irgendwann etwas von ihr im Radio und vielleicht finde ich das dann auch noch so gut, dass ich auf youtube nach Coverversionen davon suche. Medienkritisch ließe sich das ganze noch viel mehr ausschlachten, aber da habe ich gerade keine Lust zu. Muss noch ein Cover proben.

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