05.10.2010 23:35:31

Zores


(von J.)

Auch wenn scheinbar die Bedeutung von Zores eine klare, dem Chaos zustrebende Disorganisation ist, so hatte der Begriff doch früher bei uns immer auch einen kleinen, schmunzelnden, augenzwingernden Nebenklang.

Zores ist die Unordnung, der Stress den einem Menschen machen, die man mag, die einem nahe stehen. Zores ist die Aufregung die einen Freund oder guten Bekannten in Wallung bringt, die man jedoch aus der eigenen, objektiveren Sicht wesentlich gelassener, wenn nicht gar gutmütig bewertet. Zores macht zwar Umstände, er ist laut, nötigt zur Auseinandersetzung und zur Bearbeitung unnötigen Aufwandes, aber man nimmt es ihm nicht gänzlich übel. In Zores schwingt die Sympathie mit, die man den Menschen entgegenbringt für die man diesen Stress, diese Unruhe auf sich nimmt und aushält.

Es ist ein warmherziges, fast heimischen Chaos, dem der individuelle Charm persönlicher Behaglichkeit innewohnt. Das längergezogene, warme (etwa wie in "Brot") O wird von einem sehr weichen, zurückheltenden R gebrochen um sich dann in einem kurzen ES zu verlieren. Ein kurzer, halbherziger Schock, wie die Spritze beim Impfen und dann ist aber auch schon wieder gut.

Auf ein "Spiel mit mir!", ein: "Na aber selbst wenn ich nicht mit dir spiele, hab ich dich doch lieb." hören. Sehen. Wahrnehmen. Ach ... was ein Zores :)

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