30.04.2009 12:44:13

Da ich so nen Kram ja ohnehin eher für supwichtig halte,

find ich die Reaktionsreklame, die die ARD auf die Diskriminierungsbeschwerden einiger Männer nun senden lässt, schon lustig. Ist es doch ein Zeichen dafür, das sogar das öffentlich rechtliche Unterhaltungsfernsehen mittlerweile in Ansätzen auf sein Publikum reagiert.
Die neue Werbung für die Vorabendserie "Frauen können´s besser" (Oh Gott, ich verlinke jetzt echt auf´s ARD-Abendprogramm) zeigt jedoch auch, wie ernst es dann im Zweifelsfall mit der Emanzipation gemeint ist bzw. wie abhängig Gleichstellungsbemühungen davon sind, wer um Gleichstellung bittet, denn im Prinzip ist es eine Verarschung eines grundgesetzlich zugesicherten Rechtes. Andersherum (Männer parken besser/haben den Längeren/sind grüner) wäre der Teufel los.  
Schön wäre, wenn ich glauben könnte, dass dieser humoristische Umgang mit den Vorwürfen, als Indiz dafür gesehen werden kann, dass dieses ganze geschlechtsspezifisch emanzipatorische Gedöhns gesellschaftsweit nur noch belächelt wird. Kann ich aber nicht, und das obwohl ich davon ausgehe, dass der überwiegende Teil der Gesellschaft überwiegend humoristisch damit umgeht.
Mist, dann zeigt sich wohl doch wieder nur, wie weit das Fernsehen (speziell auch das gebührenfinazierte) vom Großteil der Gesellschaft entfernt ist. Der Titel der Sendung hätte ja thematisch auch besser in die 80er gepasst und damals auch für wirkliche Diskussion sorgen können, aber ich glaube damals waren gerade diese Drombuschs (Wieso vergisst man sowas nicht einfach?) und ähnlich Tradiertes angesagt.
Offensichtlich treffen bei diesem Thema eher gesellschaftliche Randerscheinungen

  • a) Volker Herres (ARD-Programmdirektor) "Das [die Reaktionen auf die Werbespots] übertrifft jede Fiktion an Lächerlichkeit"
  • b) ein Zuschauer habe die Tatsache, dass die Hauptrolle eine Schweißerin darstellt, als "völlig unrealistisch" bezeichnet
aufeinander. Wäre interessant zu wissen, ob sich der Zuschauer auch gleich über seine Diskriminierung beschwert hat oder ob Herr Herres sich den ersten Werbespot mal angehört hat.
Vermutlich kann man es letztlich auch als gelungenes virales Marketing (und ich mach mit) verbuchen und muss sich nicht damit auseinandersetzten, dass Gleichstellung ganz offensichtlich nicht Gleichbehadlung bedeutet. Wohl dem, der das alles unter "Kram" verbuchen und über sowas lachen kann.

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