12.04.2009 11:40:18

Nun gut,

man kann der Meinung sein, es handle sich bei der Sperrung von Wikileaks.de wieder mal um so "Internetzeugs", dass im Grunde wenig bis keine Relevanz für Menschen hat, die (auch noch) ein Realleben haben. Betrachte ich mir das ganze jedoch strukturell, so läuft mir ein gehöriger Schauer den Rücken runter.
Man stelle sich vor letzte Woche sei die Redaktion einer großen Zeitung durchsucht worden, es gäbe weiter keine Informationen dazu (auch nicht für die Betroffenen) und dann würde plötzlich die nächste Ausgabe dieser Zeitung von sämtlichen Kiosks verschwinden bzw. die Abonenten würden vergeblich auf die aktuelle Ausgabe warten. Ebenfalls wieder, ohne dass Redaktion oder Verlag etwas darüber wissen.
Ich finde, man muss dafür nicht mal die (unabhängigen) Medien als x-te Säule eines demokratischen Staatssystems oder einen Vergleich mit Zensurrefferenzstaat Nummer eins China herbeischleifen, um den Eindruck zu erwecken, es ginge eher mit rechten (oder einem beliebigen anderen Extrem - ich möchte das "rechten" hier hauptsächlich kreativ-sprachlich, nicht politisch verstanden wissen), denn mit rechtsstaatlichen Dingen zu.
Ich hoffe die selbstorganisierenden ad-hoc-Netzwerke kommen, noch bevor das Internet nur noch ein administriertes Intranet ist. Bis dahin sollte man möglichst alle Geräte bei denen es möglich ist, mit W-Lan, Blue-Tooth und/oder ähnlichen Schnittstellen kaufen. Wir werden sie brauchen.

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