Manchmal,
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ganz, ganz selten, ist mir am abend nach einem dieser Instandcappuccinos, die nicht das geringste mit Kaffee oder einem seiner Derivate zu tun haben. Dann ist mir so, als wäre schon alles da. Die Veranda, das Meer, die Leselampe, das Buch und der Rest auch. Dann ist mir danach so zu tun, als fühle es sich an, wie es sich sonst immer anfühlen soll, wenn ich merke, dass es sich nicht so anfühlt, wie es sich anfühlen sollte: Nach echtem Cappucciono, sich langsam, vom Rühren drehendem, crêmigem Schaum, abendlicher Sommer- oder sommerlicher Abendwärme, Musik á la Philip Poiselle oder dieser Chansonette deren Namen ich gerade nicht in meiner Musikbibliothek finden kann und - gewaltigem Rauschen.
Vielleicht ist es ja metaphorisch zu verstehen, wenn das Heißgetränk eigentlich nichts mit dem zu tun hat, was es vorgibt zu sein. Vielleicht hat auch die Vorstellung nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Und vielleicht ist es dann auch gut, sich ab und an diesen Cappuccino zu gönnen. Vielleicht ist das schlechte Imitat des Ideals manchmal besser als die ewige Sehnsucht. Vielleicht geht es garnicht um die Veranda und das Meer, sondern darum, Kaffeeplagiate wertzuschätzen ohne sich zu fragen, ob das gleich aufgeben bedeutet.
Natürlich geht es um die Veranda, um den Abend, das Licht, das Brausen der Brandung. Das muss es geben, als Idee. Was sonst sollte man sich denn in die miese, zu süße, wässrige, nichtschäumende Brühe hineindenken? Wozu sollte man sich denn am abend nicht einfach umbringen, gewiss der Aussicht, dass es am nächsten Tag nicht besser wird? Ohne das Meer und das alles, ohne die Vielleichts, die Hoffnung darauf, dass der Schaum etwas länger hält, das syntetische Koffein nicht die Nacht verdirb,t gäbe es da ein interessantes, gar ein faszinierendes morgen? Wohl kaum.
Gut ist, das letzte Toffifee in der Packung lassen zu können, weil man weiß, dass es genug ist.



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